Es gibt sie immer wieder diese Momente im Leben eines Hochzeitsfotografen, wenn Dir jemand steckt, dass gleich etwas ganz tolles passieren wird und Du das auf keinen Fall verpassen darfst. An diesem Tag auf der Marienburg kam der Bräutigam am Abend zu mir und erzählte von seiner grossartigen Überraschung, einem Feuerwerk für die Braut draussen vor der Burg. Das war sein Ding, sein Geschenk, seine Liebeserklärung. Nebenbei bekam ich mit, dass der Bräutigam der grösste Pyromane der westlichen Hemisphäre ist und schnell war klar: Wenn Du das Foto vergeigst, werden die anderen des Tages es auch nicht mehr retten können.

„Ganz schön warm hier“, redete ich mich raus und wischte die Schweissperlen von der Stirn. OK, es fing an zu rattern. Was machen? Du hast jetzt noch unendlich lange 5 Minuten Zeit bis alle Gäste sich vor die Burg begeben haben. Bisher hatte ich Feuerwerk nur ohne Menschen fotografiert, so mit Stativ, Langzeitbelichtung und Fernauslöser. Ich hatte kein Stativ dabei. Dann eben aus der Hand.

Es ging los. Das Paar natürlich mitten in der Menge von Gästen, um gemeinsam das Feuerwerk zu bestaunen. Arghhh. Ich also hin und ihnen erzählt, dass sie diesen Moment doch lieber ganz alleine, etwas weiter vorne, geniessen sollen. Machten sie dann auch, was wiederum die anderen Gäste ausnutzten um das Paar von vorne zu fotografieren. Noch mal arghhhh, das Feuerwerk in vollem Gange.

Letztendlich habe ich mein Foto bekommen. Es gibt sie diese Momente, wo Du Dich als Hochzeitsfotograf über ein Bild freust, wie ein kleines Kind über eine Zuckerwatte. Auch wenn der Tage voller Momente war und viele technisch deutlich bessere Fotos entstanden sind, bleibt dieses Foto mir wohl am meisten in Erinnerung.

Hochzeitsfeuerwerk

Für den technisch geneigten Leser noch der Hinweis, dass dieses Foto innerhalb von 1/20 Sekunde mit einer Nikon D4 und 16mm bei f/2.8 und ISO 3200 entstanden ist.

© Copyright Patrick Ludolph – Hochzeitsfotograf